Einer unter 6,5 Millionen

Am 31.01.2017 schreibe ich diesen Beitrag von meinem Schreibtisch in Nürnberg aus um 13:00 Uhr. In einem Jahr um diese Zeit werde ich irgendwo in Chennai sein, allerdings wird es dann 17:30 Uhr und eventuell 30° C heiß sein. Und um ehrlich zu sein fällt es mir jetzt im Winter schwer, in der Hitze die Möglichkeit eines Problems zu erkennen. Genug Zeit mich an sie zu gewöhnen werde ich in jedem Fall haben – in Chennai ist es anscheinend das ganze Jahr konstant 30 – 35° C warm. Die Jahreszeiten scheinen sich in Südindien eher auf Monsun oder kein Monsun zu beschränken. Kein Monsun kenne ich von Deutschland schon zur genüge und mit dem Rest komme ich dann auch klar. Bis es aber so weit ist versuche ich euch und mich etwas über Chennai zu informieren.

Chennai ist die Hauptstadt des indischen Bundesstaates Tamil Nadu. Die Stadt liegt im Südosten Indiens an der Küste des indischen Ozeans. Erst seit 1996 trägt sie den offiziellen Namen Chennai, davor war sie als Madras ein bedeutendes Zentum der Kolonie seiner englischen Besetzer.

Wenn ich gefragt werde, inwieweit in dieser Stadt Englisch gesprochen und verstanden werden kann, beziehe ich mich meist auf die Geschichte der Stadt als Teil von Britisch-Indien, und meine, dass man sich dort wohl gut in Englisch verständigen kann. Wer dazu noch weiß, dass Indien seit 1947 unabhängig ist, der darf sich selbst überlegen wie viel Einfluss dadurch heute noch auf die Sprache besteht. Die indische Hauptsprache in Chennai ist mit einer Verbreitung von ca. 80% Tamil. Daneben gibt es einen größeren Teil Telugu sprechender Inder und die Muslime, die Urdu sprechen.

Dem Islam gehören 9% der Bevölkerung Chennais an, dem Christentum 8%. Der Löwenanteil unter den Religionen kommt dem Hinduismus zu. Mit mir sind es dann ab September genau 8,00000015% Christen.

Wer jetzt schlau ist, kann aus dieser Zahl ziemlich genau die Einwohnerzahl Chennais berechnen. Wer noch schlauer ist, hat den Titel dieses Beitags gelesen und kennt sie sowieso schon. Die Schlausten unter euch aber berechnen bitte die Differenz, die leider aus der Abrundung des Prozentsatzes resultiert.

Was aber hochwarscheinlich noch nicht einmal die Allerschlausten bis jetzt wissen ist, dass Chennai eine extrem hohe Bevölkerungsdichte aufweist. Sie lässt mit 26.705 Einwohnern pro Quadratkilometer andere Großstädte blass aussehen (zum Vergleich: New York City ca. 10.500 Ew./km², Berlin ca. 3900 Ew./km²). Hier kommen wir zur ersten Tatsache über Chennai, die meinen Alltag dort wohl in einer Weise beeinflussen wird, wie ich ihn mir bis jetzt noch nicht vorstellen kann. 18% der Einwohner leben in Slums. Was genau das für diese Menschen und auch für meinen Freiwilligendienst bedeutet, werde ich vermutlich erst in Channai selbst erfahren.

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