Arbeit, Ablauf, Kosten meines Freiwilligendiensts

Natürlich funktioniert so ein freiwilliges Jahr soziale Arbeit in einem fremden Kontinent nicht einfach so. Wenn man beginnt, von der groben Idee sich sozial im Ausland zu engagieren zu einem konkreten Plan überzugehen, ist es anfangs schwer sich einen Überblick über die vielzahl Möglichkeiten zu verschaffen. Da vielleicht ja der ein oder andere über diesen Blog stolpert, dem es ebenfalls nicht ganz fern ist auch einmal so eine Erfahrung machen zu wollen, werde ich die Organisation meines Freiwilligendienstes kurz beschreiben. Vor allem nach dem Abitur hat sich meinem persönlichem Gefühl nach die längere Zeit im Ausland zu einer gängigen Option entwickelt und es gibt viele Modelle, die es jungen Menschen ermöglichen diese Erfahrung zu machen. In den folgenden Absätzen möchte ich das Modell vorstellen, das meinen Freiwilligendienst finanziert und den Verein, der eben dieses Modell für mich anbietet.

weltwärts

„weltwärts“ ist ein entwicklungspolitischer Freiwilligendienst, der vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert wird. Die Einsatzplätze, in denen die Freiwilligen ihre Arbeit leisten, werden aber nicht direkt vom BMZ angeboten. Das übernehmen sogenannte Entsendeorganisationen, die ihren Sitz im Heimatland des Freiwilligen haben – in meinem Fall ijgd. Diese arbeiten dann ihrerseits mit Projekten und Organisationen in den verschiedenen Entwicklungsländern zusammen, bei denen die Freiwilligen schließlich untergebracht werden.

Aber was macht diesen Freiwilligendienst so entwicklungspolitisch? Zum einen befinden sich Projekte, die durch weltwärts unterstützt werden, immer in Entwicklungländern Asiens, Afrikas, Lateinamerikas, Osteuropas und Ozeaniens. Zum Anderen wird vom Freiwilligen ein allgemeines Interesse an der globalen Situation erwartet und politisches Engagement nach seinem Freiwilligendienst erhofft. Konkret steht im offiziellen weltwärts-Flyer als Voraussetzung für eine Teilnahme: „Ich möchte mich für eine gerechtere Welt einsetzen – auch nach meiner Rückkehr“.

In der Beschreibung meiner Einsatzstelle wird beispielsweise unter meinen Aufgaben aufgezählt: „Den Kindern eine gesunde und nachhaltige Lebensweise näher bringen“. Das liest sich schon etwas wie mein direkter, kleiner entwicklungspolitischer Beitrag.

ijgd

ijgd – das Kürzel steht für Internationale Jugendgemeinschaftsdienste – ist meine Entsendeorganisation. Die von ihnen angebotenen Programme sind kirchlich und parteipolitisch unabhängig. Es handelt sich um einen Verein, dessen zentraler Aspekt aus der Organisation von Freiwilligendiensten im In- und Ausland besteht.

Mein Bewerbungsprozess war recht unkompliziert. Ich durfte ein Formular ausfüllen, das online und auch ausgedruckt an ijgd versendet werden musste. Im Anschluss wurde ich zu einem Telefoninterview eingeladen und wenig später hatte ich bereits eine Zusage.

UDAVI

Die indische Organisation, der ich ein Jahr lang meine Arbeitskraft zur Verfügung stellen werde, ist UDAVI. Das steht für „Upliftment of Democratic and Village Improvement Society“. UDAVI versteht sich selbst als eine humanitäre Organisation, die durch Taten einen Entwicklungsprozess in Gang bringen will, der die Lebensqualität der Gemeinschaften, der Familien und des Einzelnen verbessert. Dadurch will UDAVI eine neue soziale Gerechtigkeit herstellen. Der Organisation geht es vorrangig um Menschen mit Behinderung, HIV-Infizierte, Bewohner der Slums und von Zwangsumsiedlungen betroffene Familien.

Ich habe zwar auch eine Ansprechpartnerin von ijgd für die Zeit in Indien, aber ich denke den Haupteinfluss auf mein Schaffen werden die Mitarbeiter von UDAVI nehmen.

Hindu Union Committee Middle School

Um diesen Beitrag abzuschließen fehlt nun noch das letzte Glied in der Kette – das Projekt von UDAVI, für das ich eingesetzt werde. Gefunden habe ich es unter den weltwärts-Einsatzstellen in Indien von ijgd: UDAVI-02: Hindu Union Committee Middle School. Die Hauptmotivation der Schule ist es, Kindern aus sozial schwachen Familien Bildung anzubieten. Die Schüler gehören zur Gesellschaftsgruppe der Dalit, was ins Deutsche mit den „Unberührbaren“ übersetzt werden kann. Wer sich etwas mit dem Hinduismus und seinem Kastensystem auskennt, der weiß was dieser Status bedeutet. Obwohl sich die Tradition des Kastensystems schon zu Teilen modernisiert hat, werden die Mitglieder der niedrigsten Kaste noch immer massiv diskriminiert.

 

 

 

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