Was du brauchst.

Was du brauchst. – Teil 1. <- du bist hier.
Was du brauchst. – Teil 2.

Wir haben keine Ahnung, wie die Formel lautet, die das Glück eines Menschen berechnet. Das kann jeder sofort erkennen, der in einer Buchhandlung die Titel der Ratgeber durchstöbert. Da gibt es für jeden etwas: Leute die wenig haben und viel wollen, Leute die viel haben und mehr wollen, Leute die zu viel haben und weniger wollen und natürlich Leute die gesagt bekommen wollen, was sie wollen.

Da haben wir beispielsweise folgende Titel…

…und natürlich zeitlose Klassiker wie:

übringens alles ausgesprochene Lesetipps von mir.

Was brauchst du zum glücklich sein?

Vielleicht fällt dir ja das ein oder andere ein, das du hast, das nicht unbedingt notwendig ist. Vielleicht fehlt dir aber auch irgend etwas. In dem Fall wünsche ich viel Glück.

Natürlich muss jetzt irgendwie kommen, dass wir zu viel haben, zu viel konsumieren, dass wir materiellen Dingen einen zu großen Wert geben. Wer sagt, dass das im globalen Kontext nicht stimmt, der ist tatsächlich fern von jeder Realität. Und vielleicht wäre ja ein bescheideneres Leben sogar ganz ohne Kontext der schönere, besser Weg.

Geschichten von besitzlos Glücklichen entzücken uns. Wenn der griechische Philosoph Diogenes sich von Alexander dem Großen wünscht, dass er ihm aus der Sonne gehen soll, dann bewundern wir ihn. Wenn Buddha durch Askese und Meditation die Erleuchtung findet, dann kann er damit eine Religion begründen. Und ja, auch ich kann die Romantik durchaus nachvollziehen. Die Freiheit, die man gewinnt, wenn man nicht nur nichts besitzt, sondern auch nichts besitzen will. Aber welchen Bezug hat das zur Realität? Was ist zu viel? Wann ist es Zeit zufrieden zu sein und nicht mehr zu wollen?

Eine Studie liefert 2010 das Ergebnis: Ab 60.000€ Einkommen bleibt die Lebensqualität mit jedem Euro mehr gleich. Eine eindeutige Aussage in Richtung Vermögens-, Einkommens-, und Kapitalertragssteuer.

Davor ist mehr aber durchaus doch mehr.

Die Studie könnte ich jetzt genauso wie ihr sicher auch so lange kritisieren, bis nichts mehr davon übrig bleibt, aber ich will mich auf zwei Punkte beschränken: Zu einem Leben in Reichtum muss man sich entscheiden, bescheidener Leben kann man immer. Wenig haben kann man auch ohne es zu wollen. Weiterhin ist das einzige, das die Studie leisten kann, ein Durchschnitt. Die glücklichste Frau der Studie könnte eine der ärmsten gewesen sein.

So ist es unmöglich eine definitive Aussage über den Einzelnen zu treffen. Des einen Glück kann in der Besitzlosigkeit liegen, des anderen Glück im materiellen Überfluss.

Dabei ist es Aufgabe der Gemeinschaft, den einzelnen Menschen zu befähigen, nach seinem eigenen Glück zu suchen und es zu finden. Und der größte Missstand liegt meiner Meinung nach eben genau dann vor, wenn die Herkunft eines Menschen seine Zukunft bestimmt, also ein freies Suchen nach Glück nicht möglich ist.

 

Lies weiter: Meine Kritik einer weitverbreiteten Theorie über Bedürnisse.

 

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